Auszug

[...]Insgesamt gehen in den Hauptbahnhof circa 800 Menschen ihrer Arbeit nach, sorgen im übertragenen Sinne dafür, dass das Herz von Europas größtem Kreuzungsbahnhof rund um die Uhr, 24 Stunden lang, kräftig schlägt.

Dass das spannend sein kann, haben wir gehofft, obwohl wir am Anfang unseres Projektes meistens Bahnhof verstanden haben, wie der Berliner flapsig sagen würde. Aber nachdem wir uns im Sommer 2007 auf zehn Frauen und Männer vom Hauptbahnhof bewusst eingelassen haben, sie kennen lernen durften, um sie für dieses Buch ganz persönlich zu interviewen, sind wir nun doch ziemlich stolz, den kräftigen Pulsschlag dieser neuen Bahnmetropole in Deutschlands Hauptstadt selbst gefühlt zu haben. Man kann auch sagen, der unverstellte Blick hinter die Fassade ist es, was für uns dabei die größte Entdeckung bleiben wird - und was wir, wenn man so will, ganz persönlich von unserer Arbeit mitnehmen werden...

Die Anonymität, die in einer Großstadt nicht nur scheinbar herrscht, wollten wir versuchen aufzubrechen und so gleichzeitig zeigen, dass es Menschen gibt, die in diesem äußerlich faszinierenden Glaspalast arbeiten und die man dort - wenn man will - tagtäglich antreffen kann. Für einen kurzen Augenblick steht jemand, den man vorher überhaupt nicht kennt, einem gegenüber und erzählt vertrauensvoll aus seinem Leben in Berlin und seinen Erfahrungen mit seinem Bahnhof. Im Hintergrund nimmt dabei der Alltag allerdings weiter unaufhaltsam seinen Lauf. So ist das Leben![...]